Rungstedlund, Sitz des Karen-Blixen-Museums, ist das Gut, auf dem eine der bekanntesten Autorinnen Dänemarks geboren wurde, ihr Hauptwerk schrieb und schließlich ihre letzte Ruhe fand. Karen Blixen (1885-1962), die auf Englisch unter dem Pseudonym Isak Dinesen veröffentlichte, ist vor allem für "Jenseits von Afrika" und "Sieben phantastische Geschichten" bekannt. Das weiße, flügelförmige Haus an der Öresundküste in Rungsted, etwa 24 Kilometer nördlich von Kopenhagen, ist seit 1991 ein Museum und wird von der Rungstedlund-Stiftung geführt, die Blixen selbst mitbegründete, um das Anwesen und den umliegenden Park zu bewahren.
Der Ort hat eine lange Geschichte vor Blixen. Im 18. Jahrhundert diente er als Gasthof, und der Dichter Johannes Ewald wohnte hier in den 1770er Jahren und verewigte den Ort in seinem Gedicht "Rungsteds Lyksaligheder". Blixens Vater, der Offizier und Schriftsteller Wilhelm Dinesen, kaufte das Gut 1879, und Karen wurde sechs Jahre später hier geboren. Nach ihren berühmten, aber finanziell ruinösen Jahren mit einer Kaffeefarm in Britisch-Ostafrika, dem heutigen Kenia, und dem Verlust ihres Geliebten Denys Finch Hatton bei einem Flugzeugabsturz kehrte sie 1931 nach Rungstedlund zurück und lebte dort bis zu ihrem Tod, schreibend in eben jenen Räumen, die Besucher heute durchschreiten.
Das Museum bewahrt ihre Privaträume fast so, wie sie sie hinterließ: das Arbeitszimmer, in dem sie an einem kleinen Schreibtisch schrieb, ihre Bibliothek und Zimmer mit Gemälden, Blumen und afrikanischen Objekten aus Kenia. Eine Dauerausstellung zeichnet ihr Leben, ihr Werk und ihren beachtlichen literarischen Ruf nach. Sie wurde mehrfach für den Nobelpreis für Literatur nominiert, und Ernest Hemingway bemerkte bei seiner eigenen Auszeichnung, Blixen habe ihn mehr verdient als er.
Der Park ist ebenso reizvoll wie das Haus. Das Gelände ist ein geschütztes Vogelreservat, für dessen Errichtung sich Blixen einsetzte, heute durchzogen von Wegen durch alte Bäume, Wiesen und entlang des Ufers. Am Fuße des Ewalds Høj, einer kleinen, nach dem Dichter benannten Anhöhe, ist Karen Blixen unter einer großen Buche begraben; ihr Grab ist nur durch einen schlichten flachen Stein gekennzeichnet, so unauffällig, dass viele Besucher daran vorbeigehen.
Ein Besuch verläuft ruhig und ohne Eile. Die meisten verbringen etwa anderthalb Stunden zwischen Haus, Ausstellung und Park. Das Erdgeschoss und die Ausstellung sind weitgehend rollstuhlgerecht, die historischen Räume im Obergeschoss nur über Treppen erreichbar; es gibt ein Café, eine Buchhandlung und eine barrierefreie Toilette. Das Haus ist vom 1. Mai bis 30. September täglich geöffnet, im übrigen Jahr mit verkürzten Zeiten und montags im Winter geschlossen.
Spätfrühling und Sommer sind die schönsten Jahreszeiten, wenn der Garten blüht, Zugvögel das Reservat beleben und das Haus am längsten geöffnet ist. Rungsted liegt etwa 24 Kilometer nördlich von Kopenhagen. Am einfachsten fährt man mit der Küstenbahn (Kystbanen) vom Kopenhagener Hauptbahnhof Richtung Helsingør; am Bahnhof Rungsted Kyst aussteigen und rund zehn Minuten durch das Vogelschutzgebiet zum Museum gehen. Mit dem Auto folgt man der Strandvejen, wo kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen; eine Radtour entlang der Küste ist eine schöne Alternative, und das Rad kann im Zug mitgenommen werden.
Ein Insider-Tipp
Folgen Sie dem Weg zum Ewalds Høj im Park, wo Karen Blixen unter einer großen Buche begraben liegt. Das Grab ist schlicht und leicht zu übersehen, aber der stille Höhepunkt des Ortes.
Anfahrt
Rungsted liegt etwa 24 km nördlich von Kopenhagen. Nehmen Sie die Küstenbahn (Kystbanen) Richtung Helsingør, steigen Sie am Bahnhof Rungsted Kyst aus und gehen Sie rund 10 Minuten durch das Vogelschutzgebiet zum Museum. Mit dem Auto folgen Sie der Strandvejen; kostenlose Parkplätze sind vorhanden.
Beste Besuchszeit
Am schönsten sind Spätfrühling und Sommer, wenn Park und Garten blühen und das Haus täglich geöffnet ist. Kommen Sie vormittags, um die Räume in Ruhe zu erleben.
Barrierefreiheit
Erdgeschoss und Ausstellung sind weitgehend rollstuhlgerecht, die historischen Räume im Obergeschoss nur über Treppen erreichbar. Es gibt eine barrierefreie Toilette, ein Café und kostenlose Parkplätze. Die Parkwege sind mit Kies belegt.



