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Græsholm

Græsholm ist eine kleine, unbewohnte Insel der Ertholmene-Gruppe, die rund 18 Kilometer nordöstlich von Bornholm liegt und den östlichsten Punkt Dänemarks bildet. Gemeinsam mit den Nachbarinseln Christiansø und Frederiksø prägt sie eine einzigartige Granitlandschaft mitten in der Ostsee. Während die beiden Schwesterinseln von der alten Seefestung aus dem 17. Jahrhundert erzählen, hat Græsholm eine ganz andere Bestimmung: Sie ist ein streng geschütztes Vogelreservat, das für Menschen gesperrt ist. Gerade deshalb zählt sie zu den wertvollsten Brutplätzen für Seevögel in Nordeuropa. Auf den kahlen Felssimsen brütet der größte dänische Bestand an Alkenvögeln – Trottellummen und Tordalken –, und in den Sommermonaten erfüllen Rufe und Flügelschläge die Luft. Auch Eiderenten, Möwen, Seeschwalben und Kormorane nutzen die Insel, und in den letzten Jahren haben sich Kegelrobben auf den umliegenden Schären niedergelassen. Von den Wällen und Klippen Christiansøs aus können Besucher das rege Vogelleben mit dem Fernglas aus sicherer Entfernung beobachten, ohne es zu stören, und Naturführer erzählen gern von den Vögeln und der Geschichte der Inselgruppe. Die Ertholmene stehen unter einer besonderen Verwaltung des dänischen Verteidigungsministeriums, und ihre unberührte Natur ist der Grund für den außergewöhnlichen Artenreichtum. Die Landschaft ist flach und windgepeitscht, vom Meer geformt, mit Heide, Gras und salztoleranten Pflanzen zwischen den runden Granitkuppen. Schon die Bootsfahrt zu den Ertholmene von den Häfen Bornholms aus ist ein Erlebnis, und auch wenn Græsholm selbst nicht betreten werden darf, gehören die Silhouette der Insel und ihre lärmenden Vogelkolonien zu den eindrucksvollsten Anblicken des dänischen Ostseeraums. Ein Besuch im Archipel vereint Kulturgeschichte, schroffe Felsnatur und eine der intensivsten Begegnungen mit der wilden Tierwelt des Landes – ein Ort, an dem die Natur noch das letzte Wort behält.