Frederiksø ist die kleinere der beiden bewohnten Inseln der Ertholmene, der östlichsten Inselgruppe Dänemarks, die in der Ostsee nordöstlich von Bornholm liegt. Zusammen mit der Nachbarinsel Christiansø, mit der sie über eine kurze Fußgängerbrücke verbunden ist, bildet sie den Kern einer außergewöhnlichen Seefestung, die ab 1684 unter Christian V. errichtet wurde, um der dänischen Flotte einen Stützpunkt im östlichen Seeraum zu sichern. Das Wahrzeichen der Insel ist der Lilletårn, ein runder Kanonenturm aus Granit, der heute ein kleines Museum über die Geschichte der Inseln als Festung, Fischergemeinde und Leuchtturmstation beherbergt. Rund um den Turm stehen alte Kasernen- und Kanonengebäude, von denen einige noch von der kleinen Gemeinschaft genutzt werden. Die gesamten Ertholmene werden direkt vom dänischen Verteidigungsministerium verwaltet und stehen unter Naturschutz, was die flache, unberührte Landschaft mit Felsen, Wiesen und reicher Vogelwelt bewahrt hat. Es gibt keine Autos; man bewegt sich zu Fuß über Pfade und Felsen, und die Stille ist fast vollkommen, nur unterbrochen von Möwen, Eiderenten und dem Wellenschlag am Granit. Frederiksø erreicht man mit dem Passagierschiff von Gudhjem, Allinge oder Svaneke auf Bornholm, und die Überfahrt gewährt einen seltenen Einblick in eine lebendige, aber abgeschiedene Welt mitten im Meer. Von den Rändern der Insel reicht der Blick weit über die Ostsee, und die schmalen Sunde zwischen den Inseln laden zu einem erfrischenden Bad im klaren Wasser ein. Besucher sollten mitbringen, was sie brauchen, denn die Einrichtungen sind wenige und bewusst einfach. Ein Tag auf Frederiksø ist eine Reise in die Vergangenheit: Verteidigungsarchitektur aus der Zeit des Absolutismus, salzige Meeresluft und eine Ruhe, die anderswo in Dänemark kaum zu finden ist. Die Insel ist ideal für Wanderer, Geschichtsinteressierte und alle, die ein authentisches Erlebnis abseits der Touristenströme suchen.



