Rosenkranz ist einer der eigenwilligsten Orte an der deutsch-dänischen Grenze: ein winziges Marschdorf in der Tondermarsch, durch dessen Dorfstraße die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark genau in der Mitte verläuft. In den Asphalt eingelassene Steinplatten markieren die Linie, sodass man mit einem Fuß in jedem Land stehen kann. Bei der Grenzziehung von 1920 kam ein Teil der Häuser zu Dänemark und zu Rudbøl im Kirchspiel Højer, während der übrige Ort in Südschleswig verblieb. Die Umgebung ist echte Wattenmeer-Marsch — flach, weit und grün, durchzogen von Deichen und Entwässerungsgräben nahe der Wiedau und dem Rudbøler See. Über Jahrhunderte war die Gegend zweisprachig; man sprach Südjütisch und Deutsch. Still und windumtost belohnt Rosenkranz Reisende, die Geschichte zum Begehen, Radwege durch die Marsch und den weiten Himmel im äußersten Südwesten Dänemarks lieben.