Romsø ist eine kleine, unbewohnte Insel im Großen Belt, die rund neun Kilometer vor der Ostküste Fünens in der Kommune Kerteminde liegt. Mit gut einem Quadratkilometer Fläche gehört sie zum nahen Gut Hverringe und wird seit Generationen sorgsam geschützt, was Romsø zu einem der stimmungsvollsten Naturschutzgebiete Dänemarks macht. Was Besucher zuerst bemerken, ist die Stille, die nur von Wind, Wellen und Vogelgesang durchbrochen wird. Im Herzen der Insel erhebt sich ein knorriger, sturmgeformter Wald aus alten Eichen und Buchen, manche Stämme mehrere Jahrhunderte alt, ihre Kronen tief gebeugt von den salzigen Stürmen des Meeres. Unter ihnen zieht eine große Herde Damhirsche umher, Nachfahren von Tieren, die hier vor langer Zeit ausgesetzt wurden; sie grasen auf den offenen Lichtungen fast ohne Scheu vor dem gelegentlichen Wanderer. Romsø ist auch ein Zufluchtsort für Vögel. Kormorane, Eiderenten, Möwen und ziehende Watvögel sammeln sich an den steinigen Ufern und flachen Riffen, und die umliegenden Gewässer gehören zu einem geschützten Natura-2000-Gebiet mit reichem Meeresleben. Ein bescheidener Hafen und ein schlankes, altes Seezeichen zählen zu den wenigen Spuren des Menschen und erinnern an die Zeit, als die Insel Landwirtschaft und einen Leuchtturmwärter beherbergte. Heute gibt es weder Geschäfte noch Cafés noch feste Bewohner — nur Wiesen, wildwüchsigen Wald, Kieselstrände und weite Ausblicke zurück zur fünischen Küste und auf die Schiffe im Belt. Romsø zu erreichen bedeutet meist eine sommerliche Bootsfahrt von Kerteminde, und die Überfahrt über die belebte Schifffahrtsstraße des Großen Belts ist selbst Teil des Abenteuers. Für Wanderer, Vogelbeobachter und alle, die stille, wilde Orte lieben, bietet die Insel einen seltenen Blick auf eine dänische Landschaft, die weitgehend der Natur überlassen ist — zeitlos und zutiefst friedlich.

