Das Freilichtmuseum Hjerl Hede (Frilandsmuseet Hjerl Hede) ist eines der grossen lebendigen Geschichtsmuseen Danemarks und erstreckt sich uber Heide und Wald am See Hjerl So in Westjutland, nur eine kurze Fahrt von Vinderup und Holstebro entfernt. Hier lassen mehr als funfzig historische Gebaude, aus ganz Danemark zusammengetragen, abgebaut und sorgfaltig wieder aufgebaut, ein danisches Dorf um das Jahr 1900 wiederauferstehen, mit Kirche, Gasthaus, Schmiede, Wassermuhle, Bauernhofen, Kate und Werkstatten. Neben dem alten Dorf stehen eine rekonstruierte Steinzeitsiedlung und ein Torfwerk, die noch weiter in die Geschichte des Lebens auf der Heide zuruckreichen.
Seine Existenz verdankt das Museum dem Geschaftsmann und Molkerei-Pionier H.P. Hjerl Hansen, der die Heide 1910 kaufte, um sie zu schutzen, und ab 1930 sein 'altes Dorf' als Denkmal fur ein rasch verschwindendes landliches Danemark zusammentrug. Seine Idee war nie eine starre Hauserreihe hinter Seilen, sondern ein Ort, in dem man leben und der zum Leben erweckt werden konnte, und diese Vision pragt bis heute jeden Besuch.
Die Hohepunkte sind zahlreich. In der kleinen Fachwerkkirche finden noch heute Hochzeiten statt; die Wassermuhle dreht ihr Rad; die Bauernhauser zeigen Alkovenbetten, offene Feuerstellen und russgeschwarzte Kuchen; und die Handwerkerhauser fuhren Bottcher, Topfer, Backer und Schmied bei der Arbeit vor. Kinder begegnen Pferden, Kuhen, Schweinen, Gansen und Huhnern, die das ganze Jahr uber auf und um die Hofe leben.
Die Geschichte, an die sich die meisten Besucher erinnern, ist der 'Levende sommer' (Lebendige Sommer), die Wochen lebendiger Geschichte von Ende Juni bis Anfang August. Dann ziehen kostumierte Freiwillige in die Hauser und leben dort einfach: der Backer heizt den Ofen, der Bottcher biegt seine Fassdauben, die Pfarrersfamilie versorgt das Pfarrhaus, Handler feilschen im Laden, und eine kohlebefeuerte Dampflok und Pferdewagen tragen die Besucher uber die Heide, sodass das ganze Dorf atmet wie vor hundert Jahren.
Ein Besuch ist bequem und entspannt. Breite, ebene Schotter- und Graswege verbinden die Gebaude, und Sie konnen in Ihrem eigenen Tempo umherwandern, in die Hauser hineinschauen, Vorfuhrungen zusehen und bei einem Kaffee verweilen. Das moderne Besucherzentrum, das Cafe und der Laden sind rollstuhlgerecht mit barrierefreien Toiletten, auch wenn einige historische Hauser hohe Schwellen und unebene Boden haben. Planen Sie mindestens einen halben Tag ein und bringen Sie ein Picknick mit oder essen Sie im Cafe; festes Schuhwerk macht die Schotterwege und Heidepfade angenehmer.
Die beste Zeit fur einen Besuch ist der Lebendige Sommer, wenn das Museum voller Leben ist und die Dampflok fahrt; Fruhling und Fruhherbst sind ruhiger, aber ebenso stimmungsvoll, und der Weihnachtsmarkt im Dezember mit seinen altmodischen Traditionen und Marktstanden ist der zweite grosse Hohepunkt des Jahres. Im tiefen Winter bleibt das Gelande fur Spaziergange bei Tageslicht geoffnet, wahrend die Hauser geschlossen sind.
Die Anreise ist unkompliziert. Hjerl Hede liegt am Hjerlhedevej 14, etwa 12 km westlich von Vinderup und 20 km nordlich von Holstebro. Mit dem Auto folgen Sie den braunen Touristenschildern ab Vinderup zum kostenlosen Parkplatz am Museum. Der nachste Bahnhof ist Vinderup an der Strecke Holstebro-Struer, von wo aus eine kurze Taxi- oder Radfahrt die Reise hinaus zum Museum auf seinem stillen Heidestuck vollendet.
Ein Insider-Tipp
Kommen Sie an einem Wochentag im 'Lebendigen Sommer', um das Handwerk ohne Wochenendandrang zu erleben, tragen Sie festes Schuhwerk fur die Schotterwege des Dorfes und planen Sie Ihren Rundgang so, dass Sie die Dampflok uber die Heide fahren sehen.
Anfahrt
Hjerl Hede liegt am Hjerlhedevej 14, rund 12 km westlich von Vinderup und 20 km nordlich von Holstebro in Westjutland; mit dem Auto folgen Sie den braunen Schildern ab Vinderup zum kostenlosen Parkplatz am Museum, der nachste Bahnhof ist Vinderup an der Strecke Holstebro-Struer, von wo aus eine kurze Taxi- oder Radfahrt zum Museum fuhrt.
Beste Besuchszeit
Am schonsten ist der 'Lebendige Sommer' von Ende Juni bis Anfang August, wenn kostumierte Freiwillige, die Dampflok und Pferdekutschen das ganze Dorf zum Leben erwecken; der Weihnachtsmarkt im Dezember ist der zweite zauberhafte Hohepunkt.
Barrierefreiheit
Das moderne Besucherzentrum, das Cafe und der Laden sind rollstuhlgerecht mit barrierefreien Toiletten, und die Hauptwege des Dorfes sind eben, aber geschottert; einige historische Hauser haben hohe Schwellen, schmale Turen und unebene Boden, die den stufenlosen Zugang einschranken.


