Struer ist eine maritime Kleinstadt in Westjütland und liegt am Südufer des Limfjords, jener großen Meeresenge, die die jütische Halbinsel beinahe in zwei Teile teilt. Mit rund 10.000 Einwohnern ist es ein kompakter, gut zu Fuß erkundbarer Ort, an dem das Wasser nie weit entfernt ist und das Licht unaufhörlich über den Fjord wandert. Struer ist vor allem als Geburts- und Hauptsitz von Bang & Olufsen bekannt, der Luxusmarke für Audio und Fernseher, die hier 1925 gegründet wurde. Die Stadt hat dieses Erbe angenommen und nennt sich "Lydens By" - die Stadt des Klangs.
Die Geschichte Struers besteht eigentlich aus zwei miteinander verwobenen Erzählungen. Die erste ist die Eisenbahn: Als die Strecke von Aarhus 1865 die Küste erreichte, wuchs Struer von einem kleinen Fischer- und Handelsort zu einem wichtigen Knotenpunkt und einer Hafenstadt heran, die Waren über den Fjord und hinaus zur Nordsee verschiffte. Die zweite ist Bang & Olufsen. Zwei junge Ingenieure, Peter Bang und Svend Olufsen, begannen auf dem Dachboden des Familiengutes Quistrup kurz außerhalb der Stadt mit Radios zu experimentieren. Ihr erster Erfolg war ein Radio, das mit Netzstrom statt mit Batterien lief, und aus diesem Dachboden erwuchs ein Unternehmen, dessen Entwürfe heute zur ständigen Sammlung des Museum of Modern Art in New York gehören.
Die Höhepunkte sind bequem zu Fuß erreichbar. Der Hafen und der Yachthafen sind im Sommer voller Leben, mit Segelbooten, einer Badestelle im Freien und Blick auf die Inseln Venø und Jegindø. Die Fußgängerzone rund um die Østergade bildet das kompakte Zentrum, während das Struer Museum die Geschichte der Stadt erzählt und die Präsenz von Bang & Olufsen überall im Ort spürbar ist. Eine kurze Fährfahrt führt nach Venø, einer winzigen, friedlichen Insel mit einer der kleinsten Kirchen Dänemarks. Wander- und Radwege folgen dem Fjord in beide Richtungen, und die umliegende Landschaft aus Feldern, Fjordarmen und Buchenwäldern ist sanft und grün.
Ein bekanntes lokales Wahrzeichen ist die "Struer-Statue", zu der die Einwohner gern den Weg weisen; das eigentliche Markenzeichen der Stadt ist jedoch der Klang selbst: alle paar Jahre richtet Struer Klangkunst-Veranstaltungen und Installationen aus, die das Stadtbild in etwas verwandeln, das man ebenso hört wie sieht.
Ein Besuch verläuft entspannt. Das Zentrum ist flach und weitgehend barrierefrei, mit ebenen Gehwegen und stufenlosem Zugang zur Hafenpromenade, auch wenn einige ältere Straßen mit Kopfsteinpflaster belegt sind. Die meisten Reisenden verbringen hier zwei bis drei Stunden, die sich leicht mit einer Fjordfahrt oder einem Ausflug nach Venø verbinden lassen.
Die beste Reisezeit ist vom späten Frühling bis zum frühen Herbst, etwa von Mai bis September, wenn der Hafen belebt ist, die Fähren häufig fahren und die langen nordischen Abende das Wasser erleuchten. Der Winter ist ruhig und stimmungsvoll, aber viele saisonale Einrichtungen sind geschlossen.
Am einfachsten erreicht man Struer mit dem Zug: Die Stadt liegt an der Hauptstrecke und hat direkte Verbindungen aus Aarhus und Holstebro, wobei der Bahnhof mitten im Zentrum liegt. Mit dem Auto nimmt man die Route 11 oder 34 und parkt in Hafennähe. Regionalbusse verbinden die umliegenden Dörfer, und die Fähre nach Venø legt wenige Kilometer nördlich der Stadt ab.
Ein Insider-Tipp
Nehmen Sie die kurze Fähre hinüber zur Insel Venø, um eine der kleinsten Kirchen Dänemarks zu sehen und die stille Fjordlandschaft zu genießen.
Anfahrt
Mit dem Zug auf der Hauptstrecke mit Direktverbindungen aus Aarhus und Holstebro; mit dem Auto über die Route 11 oder 34, mit Parkplätzen in Hafennähe.
Beste Besuchszeit
Vom späten Frühling bis zum frühen Herbst (Mai-September), wenn der Hafen belebt ist und die Fähren häufig fahren.
Barrierefreiheit
Das flache Stadtzentrum und die Hafenpromenade sind weitgehend stufenlos mit ebenen Gehwegen, einige ältere Straßen sind jedoch mit Kopfstein gepflastert.
