Femø erhebt sich sanft aus den geschützten Gewässern des Smålandsfarvandet, eine kleine grüne Insel nördlich von Lolland, die per Fähre von Kragenæs aus erreichbar ist. Nur wenige Kilometer breit, belohnt sie alle, die ihr Tempo drosseln: stille Schotterwege, Hecken voller Brombeeren und offene Wiesen, über denen Austernfischer und Kiebitze kreisen. Die wenigen Dörfer der Insel — Nørreby, Sønderby und Femø By — gruppieren sich um eine weiß getünchte Kirche und eine restaurierte Windmühle, und die Fachwerkhöfe zeugen von Jahrhunderten des Obstanbaus. Femø-Äpfel sind noch immer ein lokaler Stolz und werden jeden Herbst zu Saft und Cider gepresst. Seit 1971 ist die Insel weit über Dänemark hinaus für das Femø-Frauencamp bekannt, ein wegweisendes feministisches Sommerlager an der Nordküste, das Gäste aus ganz Skandinavien anzieht. Im August erfüllt das Femø-Jazzfestival den Hafen mit Musik, und Radfahrer folgen den flachen Küstenstraßen zwischen Badestellen und schilfgesäumten Stränden. Es gibt keine Ampeln und wenige Autos; den Takt geben Gezeiten, Fähren und der langsame Lauf der Sonne vor. Wanderer folgen Pfaden zu den Kieselstränden der exponierten Westseite, wo sich der Horizont zu Fejø und der seeländischen Küste öffnet. Vogelbeobachter kommen für die Feuchtgebiete und die Zugvögel, die hier jedes Frühjahr und jeden Herbst rasten. Übernachtungsmöglichkeiten beschränken sich auf kleine Gästehäuser, Ferienhäuser und einen Campingplatz, sodass die Insel ihren ruhigen, engen Charakter bewahrt. Femø ist kein Ort großer Sehenswürdigkeiten, sondern kleiner Freuden: frische Äpfel, ein Bad im klaren Wasser, das Knarren der Mühle und Abende, so still, dass man das Meer hört. Reisenden, die echtes dänisches Inselleben fernab der Menschenmassen suchen, bietet Femø eine seltene, sanfte Auszeit — an einem Tag zu erkunden und doch zu einem längeren Aufenthalt einladend.

