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Eskilsø

Eskilsø liegt in den ruhigen Gewässern des Roskilde-Fjords, eine flache, grüne Insel zwischen Seeland und der Halbinsel Hornsherred. Trotz ihrer bescheidenen Größe nimmt sie einen bedeutenden Platz in der dänischen Geschichte ein. Am Nordende erheben sich die verwitterten Ruinen des Klosters Eskilsø, eines Augustinerklosters, das im frühen 12. Jahrhundert gegründet wurde und zu den ältesten Dänemarks zählt. Die Klostergemeinschaft zog später nach Æbelholt auf dem Festland, doch die dachlose Steinkirche mit ihren zum Himmel offenen romanischen Mauern prägt noch immer den flachen Horizont und belohnt jeden, der die Überfahrt wagt. Die Insel selbst ist still und überwiegend landwirtschaftlich geprägt, mit Feldern und weidendem Vieh, ohne Dorf und mit nur wenigen Gebäuden. Diese Ruhe macht sie zu einem Zufluchtsort für Wildtiere. Der Roskilde-Fjord ist eines der wichtigsten Brut- und Rastgebiete Skandinaviens für Wasservögel, und die schilfgesäumten Ufer und flachen Gewässer ringsum ziehen das ganze Jahr über Seeschwalben, Watvögel, Gänse und Greifvögel an. Auf den nahen Sandbänken sind mitunter Seehunde zu sehen. Eskilsø ist in Privatbesitz und hat keine Brücke; die Insel ist nur mit dem Boot erreichbar, und Besuche erfolgen mit Rücksicht auf den bewirtschafteten Hof und die geschützte Natur. Für Segler und Kajakfahrer, die den Fjord erkunden, ist sie ein unvergessliches Ziel, an dem mittelalterliche Atmosphäre auf weite Himmel und das sanfte Licht trifft, das seit Generationen Maler an dieses Gewässer lockt. Die Ankunft fühlt sich an wie eine Reise in die Vergangenheit. Es gibt keine Cafés, Geschäfte oder Menschenmengen – nur den Wind im Gras, die Rufe der Seevögel und die stummen, moosbewachsenen Steine des Klosters. Wer sich für Dänemarks Klostergeschichte, seine Fjordlandschaften und stillen Inseln begeistert, findet auf Eskilsø eine seltene, unberührte Begegnung mit Geschichte und Natur.