Dueodde ist die feine, weiße Sandstrand- und Dünenlandschaft, die die südlichste Spitze der dänischen Ostseeinsel Bornholm einnimmt. Berühmt ist der Ort vor allem für seinen Sand: helle, puderweiche Körner, so fein und gleichmäßig, dass sie einst zum Füllen von Sanduhren verwendet wurden. Hinter dem Strand erheben sich Kiefernwald und bis zu zwölf Meter hohe Dünen, während der Strand sanft in flaches, ruhiges Wasser abfällt, das etwa hundert Meter weit hüfttief bleibt. Das macht Dueodde zu einem der sichersten und familienfreundlichsten Badeplätze des Landes.
Grün war die Gegend nicht immer. Ursprünglich war sie eine kahle, wandernde Sandfläche, wurde aber ab dem 18. Jahrhundert mit Kiefern sowie Strandhafer und Strandroggen bepflanzt, um den Boden zu binden und die Sandwanderung ins Landesinnere zu stoppen. Heute ist die gesamte Spitze ein geschütztes Naturgebiet — eine Wildnis aus Kiefern und Fichten, salztoleranten Sträuchern und wandernden Dünen, durchzogen von Bohlenwegen, die die Besucher über die empfindlichen Dünen zum Ufer führen.
Das Wahrzeichen, das über allem thront, ist der 1962 auf der Südspitze erbaute Leuchtturm von Dueodde. Er ist der höchste Leuchtturm Bornholms, und in der Sommersaison kann man seine lange Innentreppe hinaufsteigen, um ein weites Panorama über die Baumwipfel, die Dünen und das umliegende Meer zu genießen. Zwei ältere Leuchttürme, Dueodde Syd und Dueodde Nord, stehen noch in der Nähe, sind aber für die Öffentlichkeit geschlossen. Versteckt im Wald hinter dem Strand liegen die Betonruinen einer Küstenbatterie, die die deutsche Wehrmacht 1940 zu bauen begann und 1941 unvollendet aufgab — eine stille Erinnerung an die Kriegsgeschichte der Insel.
Der Besuch ist einfach und entspannt. Vom Parkplatz führt ein kurzer Weg auf Bohlenstegen durch die Kiefern zum offenen Strand, wo sich im Juli und August die Sonnenanbeter über Kilometer weißen Sandes verteilen. Außerhalb der Hochsaison kann es fast menschenleer wirken, wo das lauteste Geräusch der Wind in den Kiefern und das Plätschern der kleinen Wellen ist. Die Einrichtungen konzentrieren sich am Eingang: eine Jugendherberge mit Campingplatz, das Restaurant Granpavillonen und ein Badehotel sowie im Sommer Kioske und Toiletten. Die Bohlenwege machen einen Teil des Strandes für Rollstühle und Kinderwagen erreichbar, auch wenn der weiche Sand jenseits davon schnell die Oberhand gewinnt.
Die beste Reisezeit ist von Juni bis August, wenn das Wasser warm genug zum Baden ist und alles geöffnet hat; das späte Frühjahr und der frühe Herbst belohnen Wanderer mit demselben schönen Licht, kühlerer Luft und weit weniger Menschen. Selbst ein Winterspaziergang durch die frostbedeckten Dünen hat seinen eigenen herben Reiz.
Die Anreise erfordert etwas Planung, denn Bornholm liegt östlich des übrigen Dänemark in der Ostsee. Die meisten Reisenden kommen mit der Fähre — von Ystad in Schweden nach Rønne dauert die schnellste Überfahrt etwa 80 Minuten — oder per Flug zum Flughafen Rønne. Von Rønne oder der Stadt Nexø fährt die Regionalbuslinie 5 nach Süden zur Haltestelle Dueodde, von der aus es ein kurzer Fußweg zum Strand ist. Autofahrer finden am Strandeingang kostenlose Parkplätze. Wie auch immer man kommt, Dueodde belohnt die Reise mit einer der schönsten Küsten ganz Skandinaviens.
Ein Insider-Tipp
Kommen Sie zum Sonnenuntergang und besteigen Sie den Leuchtturm von 1962, wenn er geöffnet ist, und bleiben Sie für das Licht über den Dünen — ein paar hundert Meter abseits der Bohlenwege lassen Sie die Sommermassen hinter sich.
Anfahrt
Bornholm erreichen Sie mit der Fähre von Ystad in Schweden (ca. 80 Minuten) oder per Flug nach Rønne. Von Rønne oder Nexø fährt die Regionalbuslinie 5 zur Haltestelle Dueodde, dann ein kurzer Fußweg. Kostenlose Parkplätze am Strandeingang.
Beste Besuchszeit
Juni bis August zum Baden; das späte Frühjahr und der frühe Herbst bieten dasselbe Licht mit weit weniger Menschen.
Barrierefreiheit
Bohlenwege führen vom Parkplatz über die Dünen zum Strand und machen einen Teil der Küste mit Rollstuhl oder Kinderwagen erreichbar, doch der Sand selbst ist weich und jenseits der Wege schwer zu bewältigen. Toiletten und Einrichtungen gibt es im Sommer am Eingang.

