Snogebæk ist eines der beliebtesten Fischerdörfer Bornholms, aufgereiht an der sanften Südostküste der Insel, etwa fünf Kilometer südlich von Nexø und direkt neben dem breiten Sandstrand von Balka. Klein, sonnenwarm und unaufgeregt, hat es das niedrige, fachwerkartige Bild einer Ostsee-Fischergemeinde bewahrt, während seine Gassen von Eisdielen, Glas- und Bernsteinwerkstätten und dem Duft von Eichenrauch erfüllt sind, der von seiner markanten Räucherei herüberweht.
Das Dorf wurde 1555 erstmals schriftlich erwähnt, doch Menschen lebten und fischten hier mit ziemlicher Sicherheit schon viel früher, bis ins Mittelalter zurück. Jahrhundertelang drehte sich das Leben um das Meer und die Heringsschwärme der Ostsee. Der erste richtige Hafen wurde 1869 gegraben, versandete jedoch bald durch treibenden Sand — ein wiederkehrender Kampf an dieser ungeschützten Küste. Die 1889 fertiggestellte Lösung war einfallsreich: ein kleiner steinerner Inselhafen, direkt vor der Küste errichtet und über einen etwa hundert Meter langen Holzsteg mit dem Land verbunden. Diese schmale Brücke, über die Besucher noch heute gehen, ist das Wahrzeichen von Snogebæk und einer der schönsten kurzen Spaziergänge Bornholms.
Das eigentliche Herz des Dorfes ist seine große Räucherei, deren hohe weiße Schornsteine seit Generationen die Silhouette krönen. Hier wird der Bornholmer Klassiker 'Sol over Gudhjem' — goldgeräucherter Hering auf dunklem Roggenbrot, gekrönt von einem rohen Eigelb, Radieschen und Schnittlauch — warm direkt von den Gestellen serviert. Ringsum sammelt sich alles, was Snogebæk zu einem Sommerliebling macht: familiengeführte Eisdielen, deren Schlangen auf die Straße reichen, kleine Galerien mit mundgeblasenem Glas und poliertem Ostseebernstein und einfache Hafenrestaurants, in denen der Tagesfang fast vom Boot auf den Teller gelangt.
Ein feiner, flach abfallender Sandstrand zieht sich südlich vom Dorf und geht in den benachbarten Balka Strand über, dessen klares, ruhiges Wasser ihn zu einem der sichersten und familienfreundlichsten Badeplätze der Insel macht. Hinter dem Strand verleihen Kiefern und Sommerhäuser der Küste eine stille Urlaubsruhe. Seit 1973 richtet das Dorf zudem ein beliebtes Hafenfest aus, das zu einem dreitägigen Musikereignis herangewachsen ist und jeden Sommer mehr als achttausend Menschen anzieht — ein fröhliches, dicht gedrängtes Wochenende, das den verschlafenen Hafen kurzzeitig verwandelt.
Ein Besuch ist herrlich unkompliziert. Hafenpromenade, Hauptstraße und Räucherei sind eben und leicht zu Fuß zu erkunden, mit kostenlosen Parkplätzen ganz in der Nähe, sodass die meisten Menschen ein oder zwei Stunden lang in ihrem eigenen Tempo bummeln, essen, stöbern und baden. Der weiche Sand des Strandes und der schmale Holzsteg sind die einzigen echten Hindernisse für Gehbeeinträchtigte, doch die Uferpromenade selbst ist weitgehend zugänglich.
Der Sommer, von Juni bis August, zeigt Snogebæk von seiner lebhaftesten Seite, wenn die Terrasse der Räucherei summt und das Wasser warm genug für ein langes Bad ist. Frühling und Frühherbst sind ruhiger und wohl noch reizvoller, mit weichem Licht über dem Wasser und weiterhin geöffneten Geschäften. Zur Anfahrt fährt man etwa fünf Kilometer südlich von Nexø auf der Straße 38 Richtung Dueodde und biegt beim Dorf ab, oder man nimmt die BAT-Buslinie 5 entlang der Küste; die flache Radroute von Nexø macht die Anreise auf zwei Rädern leicht und landschaftlich reizvoll.
Ein Insider-Tipp
Bestellen Sie in der Räucherei 'Sol over Gudhjem' — geräucherten Hering auf Roggenbrot mit rohem Eigelb — und laufen Sie es dann bei Sonnenuntergang über den kleinen Holzsteg zum alten Inselhafen ab.
Anfahrt
Etwa 5 km südlich von Nexø an der Südostküste Bornholms. Mit dem Auto der Straße 38 Richtung Dueodde folgen und bei Snogebæk abbiegen; kostenlose Parkplätze nahe dem Hafen. Die BAT-Buslinie 5 verbindet Nexø, Balka und Snogebæk. Von Nexø aus ist es eine leichte, flache Radtour entlang der Küste.
Beste Besuchszeit
Sommer (Juni–August) zum Baden, für die Terrasse der Räucherei und das Hafenfest; Frühling und Frühherbst sind ruhiger und ebenso schön.
Barrierefreiheit
Hafenpromenade, Hauptstraße und Räucherei sind eben und weitgehend rollstuhlgerecht, mit Behindertenparkplätzen in der Nähe. Der Sandstrand ist weich und schwerer zu überqueren; der Holzsteg zum Inselhafen ist schmal und uneben.

