Bornholm liegt allein in der Ostsee, weit östlich des übrigen Dänemark und näher an der Südküste Schwedens als am Rest des Landes. Die Einheimischen nennen die Insel "Solskinsøen", die Sonnenscheininsel, und tatsächlich zählt sie mehr Sonnenstunden als fast jeder andere Ort Dänemarks. Was Bornholm vor allem auszeichnet, ist seine Landschaft: Statt des flachen dänischen Ackerlands erhebt sich die Nordküste in schroffen Granitklippen, gekrönt von Hammershus — der größten mittelalterlichen Burgruine Nordeuropas, die sich über eine felsige Landzunge hoch über dem Meer erstreckt. Die Insel belohnt langsames Entdecken. Ihre vier weiß gekalkten Rundkirchen, im Mittelalter zugleich als Gotteshäuser und Festungen erbaut, gehören zu den eigenwilligsten Bauwerken Dänemarks; Østerlars ist die mächtigste. An der Küste drängen sich Fachwerkstädtchen wie Svaneke, Gudhjem und Allinge um winzige Fischerhäfen, wo die Räuchereien Erlenrauch aufsteigen lassen, um jenen Hering zu räuchern, der dem Inselgericht "Sol über Gudhjem" seinen Namen gab. Rønne, Hauptort und Fährhafen, liegt im Westen. Seit jeher zieht Bornholm Künstler und Handwerker an, angelockt vom klaren Licht und vom Granit, Ton und Glas unter ihren Füßen. Keramik- und Glasbläserwerkstätten durchziehen die Dörfer, und in den letzten Jahren ist die Insel zu einem ernstzunehmenden Ziel für Genießer geworden, mit gefeierten Restaurants neben den traditionellen Räuchereien. Im Süden dehnen sich die Strände von Dueodde in Dünen aus fast pudrig feinem weißem Sand, während das Inselinnere Almindingen, einen der größten Wälder Dänemarks, und die felsigen Hügel der Paradisbakker birgt. Per Fähre oder mit einem kurzen Flug erreichbar, wirkt Bornholm wie eine eigene Welt — klein genug, um sie an einem Tag mit dem Rad zu durchqueren, und doch voller Burgen, Kirchen, Strände, Wälder und Häfen. Diese Mischung aus Natur, Geschichte und Handwerk macht die Insel zu einem der lohnendsten Winkel Dänemarks.



