Tunø ist eine kleine, autofreie Insel im Kattegat zwischen dem ostjütländischen Festland und Samsø. Sie gehört zur Kommune Odder und misst rund 3,5 Quadratkilometer, auf denen sich gut hundert Bewohner die hügelige Landschaft aus Feldern, Höfen und einem gemütlichen Hafenmilieu teilen. Besucher erreichen die Insel mit der Fähre von Hou südlich von Aarhus. Da private Autos nicht erlaubt sind, werden Gepäck und gehbehinderte Gäste mit dem berühmten Traktorbus ins Dorf gebracht. Das Wahrzeichen der Insel ist die Kirche von Tunø, deren weißer Turm zu den ungewöhnlichsten Dänemarks zählt: Er diente jahrhundertelang zugleich als Kirchturm und als Leuchtturm, der den Schiffen im offenen Fahrwasser den Weg wies. Von den umliegenden Wegen und dem Turm reicht der Blick weit über das Meer bis zum benachbarten Samsø. Tunø erkundet man am besten zu Fuß oder mit dem Rad. Schmale Schotterwege winden sich zwischen Getreidefeldern, Obstgärten und niedrigen Deichen, und im Frühling erfüllt der Gesang der Nachtigall das Gebüsch. Die Küste bietet ruhige Strände, gepflegte Badestellen und Gelegenheit, Steine zu sammeln oder einfach die Stille zu genießen. Die Landwirtschaft prägt weiterhin den Rhythmus der Insel mit Kartoffeln, Honig und regionalen Produkten, die man in den Lokalen des Dorfes probieren kann. Jeden Sommer verwandelt sich das kleine Eiland, wenn das Tunø Festival Musikfreunde zu einigen intensiven Tagen mit Open-Air-Konzerten zusammenbringt. Den Rest des Jahres ist das Tempo gemächlich und die Atmosphäre vertraut; man grüßt einander, und das Leben folgt dem Takt der Fähre und den Launen des Wetters. Mit seiner Mischung aus Natur, Geschichte und einem lebendigen, doch unberührten Inselleben ist Tunø ein seltener Rückzugsort, an dem Besucher rasch zur Ruhe kommen und ein Dänemark erleben, in dem Zeit und Hektik wenig bedeuten.

