An der felsigen Westküste Bornholms zwischen Rønne und Hasle zieht sich Sorthat-Muleby als schmales, stilles Band entlang der Ostsee. Der Name erinnert an eine arbeitsame Vergangenheit: „Sorthat“ verweist auf die Kohle, die einst aus den Flözen der Insel gegraben wurde, und die kleinen Häfen boten früher Heringsbooten Schutz. Heute geht es ruhiger zu. Der Bornholmer Küstenpfad führt am Ufer vorbei und eröffnet weite Meerblicke, glatt geschliffene Granitfelsen und im Sommerlicht gewärmte Badestellen. Aus den berühmten Räuchereien der Insel weht der Duft von Buchenrauch herüber, die Sonne versinkt direkt im Wasser, und leere Feldwege säumen wilde Rosen. Es gibt keine Menschenmengen und kaum große Sehenswürdigkeiten – nur den Rhythmus der Wellen, verwitterten Stein und den unaufgeregten Charme eines Ostsee-Fischerdorfes, das sich seine Gelassenheit bewahrt hat.
