Sejerø ist eine schmale, windumwehte Insel im Kattegat, die nur mit der kleinen Fähre von Havnsø an der Nordwestküste Seelands zu erreichen ist. Kaum zwölf Kilometer lang und selten mehr als zwei Kilometer breit, ist sie ein Ort, an dem sich das Tempo verlangsamt, sobald man an Land geht. Das einzige richtige Dorf, Sejerby, versammelt eine Handvoll alter Häuser, eine Kirche, einen Kaufmann und verstreute Ferienhäuser rund um einen geschützten Hafen. Dahinter winden sich schmale Wege zwischen weidenden Schafen, Blumenwiesen und alten Obstgärten — Sejerø ist seit Langem für seine Kirschen bekannt, und im Frühjahr färbt die Blüte die Hügel zartrosa. Die Küste ist das größte Geschenk der Insel. Lange, flache Sandstrände säumen den Süden und Osten, warm und sicher für Kinder, während das Land im Norden bei Kongstrup zu niedrigen Kliffs und Heide ansteigt, wo der weiße Leuchtturm Sejerø Fyr das Riff markiert, das sich in die Meerenge hinauszieht. Markierte Pfade und Schotterwege durchziehen das Inselinnere und laden zu ruhigen Wanderungen oder Radtouren ein, mit weiten Blicken über das Wasser von fast jeder Anhöhe. Die Vogelwelt ist reich, und das umliegende Meer zieht Angler und kleine Boote an. Große Sehenswürdigkeiten gibt es hier kaum, und genau das ist der Reiz. Man kommt wegen der Stille — wegen sternenklarer Nächte ohne Stadtlicht, zum Baden und Muschelsuchen, wegen des einfachen Rhythmus einer lebendigen Inselgemeinschaft. Übernachtet wird meist in Ferienhäusern zur Selbstversorgung und auf einem kleinen Campingplatz, und vieles im Alltag richtet sich noch nach dem Fährfahrplan. Sejerø belohnt jene, die ohne Plan kommen: einige Tage Wandern, Baden und das wechselnde Licht über dem Kattegat, fern von Verkehr und Hast. Es ist einer der stillen Winkel Dänemarks — bescheiden, ungestört und leise schön.


