Sanderumgaard ist einer der stimmungsvollsten Gärten Dänemarks, ein seltenes und bemerkenswert vollständiges Beispiel des romantischen Landschaftsstils, der um 1800 durch Europa zog. Er war das Werk von Johan Bulow, einem gebildeten Höfling und Kunstmäzen, der sich auf das Gut in Davinde auf Fünen zurückzog und zwischen 1793 und 1828 ein Stück wenig einladenden Sumpfbodens in ein idealisiertes Naturparadies verwandelte. Statt der geraden Linien und Symmetrie des Barock bietet Sanderumgaard gewundene Wege, unregelmäßige Teiche, dichte Bepflanzungen und sorgfältig inszenierte Überraschungen.
Der Garten war als Ort der Besinnung und Träumerei gedacht, und so wirkt er noch heute. Bulow verstreute in ihm kleine Bauten - eine Hütte im norwegischen Stil, eine Eremitage, einen chinesisch inspirierten Pavillon, Gedenksteine und Inschriften - jede so platziert, dass sie einen bestimmten Ausblick rahmt oder eine bestimmte Stimmung hervorruft. Der Rundgang ist eine Folge sanfter Entdeckungen; die Bäume öffnen sich zum Wasser, eine Bank erscheint an genau der richtigen Stelle, und ein Staffagebau erhebt sich unerwartet aus dem Grün. Die Anlage lädt dazu ein, das Tempo zu drosseln und die Landschaft ihre stille Wirkung entfalten zu lassen.
Sanderumgaard hat auch einen Platz in der Kulturgeschichte. Bulow war Freund und Förderer führender Persönlichkeiten des dänischen Goldenen Zeitalters, und der Garten wurde zu seiner Zeit als Sinnbild verfeinerten Empfindens gefeiert. Im folgenden Jahrhundert verwilderte vieles, und zahlreiche ursprüngliche Elemente gingen verloren, doch eine sorgfältige Restaurierung brachte den Garten wieder nahe an seine Form des frühen 19. Jahrhunderts. Er wurde 2010 in Anwesenheit der dänischen Königin wiedereröffnet und gilt heute als einer der besten Orte des Landes, um zu verstehen, wie sich ein romantischer Garten tatsächlich anfühlte.
Das heutige Haupthaus, ein elegantes Gebäude aus den 1870er Jahren des Architekten Hans J. Holm, steht am Rand des Geländes und bildet eine würdige Kulisse, doch es ist der Garten selbst, für den die Besucher kommen. Mit etwa fünfzehn Hektar ist er groß genug, um wie eine echte Landschaft zu wirken, und doch intim genug, um in ein bis zwei Stunden bequem erkundet zu werden. Wasser ist überall, durch die Bepflanzungen in Kanälen und Becken geführt, die den Himmel und die umstehenden Bäume spiegeln.
Der Garten öffnet an ausgewählten Tagen der Sommersaison, daher lohnt sich ein Blick in den Kalender vor der Anreise. Mai und Juni sind besonders lohnend, wenn das Laub frisch und das Licht lang ist. Eine Karte führt die Besucher zwischen den Staffagebauten und Aussichtspunkten, und die halbe Freude liegt im Aufspüren. Ebene Kies- und Graswege machen den Großteil des Gartens leicht begehbar, Waldabschnitte können nach Regen weich werden.
Sanderumgaard liegt in Davinde, etwa zwölf Kilometer südöstlich von Odense, und ist am einfachsten mit dem Auto zu erreichen. Für alle mit Interesse an Gartengeschichte, dänischer Kultur oder einfach einem friedlichen, schönen Spaziergang ist er einer der verborgenen Schätze Fünens - zurückhaltend, authentisch und still bewegend.
Ein Insider-Tipp
Nehmen Sie die beiliegende Karte mit und suchen Sie die kleinen Eremitagen und Pavillons zwischen den Bäumen — jede rahmt einen bewussten Ausblick.
Anfahrt
In Davinde, etwa 12 km südöstlich von Odense auf Fünen. Am einfachsten mit dem Auto; einige Regionalbusse erreichen das nahe Dorf Davinde.
Beste Besuchszeit
Mai und Juni, wenn Grün, Wasser und Staffagebauten des romantischen Gartens am üppigsten sind.
Barrierefreiheit
Ebene Kies- und Graswege machen den größten Teil des Gartens begehbar, einige Waldpfade können nach Regen weich sein.

