Rømø ist eine der eindrucksvollsten Wattenmeerinseln Dänemarks und liegt im äußersten Südwesten des Landes, nur einen Steinwurf von der deutschen Grenze entfernt. Über einen neun Kilometer langen Damm, der von Skærbæk aus die Wattflächen überquert, ist sie mit dem Festland verbunden und gehört zum Nationalpark Wattenmeer — einem UNESCO-Weltnaturerbe, berühmt für seinen wandernden Sand, seine Salzwiesen und eine außergewöhnliche Vogelwelt. Das Wahrzeichen der Insel ist Sønderstrand, einer der breitesten Strände Nordeuropas: eine feste, helle Sandfläche, so weitläufig, dass man mit dem Auto bis an die Wasserkante fahren kann. Auf den offenen Flächen jagen Strandsegler, Kite-Buggys und Surfer vor dem Nordseewind dahin, während Familien selbst im Hochsommer reichlich Platz finden. Rømøs Geschichte ist in Walknochen geschrieben. Im 18. Jahrhundert schickte die Insel zahlreiche Kommandeure und Seeleute zum Walfang vor Grönland an Bord holländischer und Hamburger Schiffe, und ihr Wohlstand zeigt sich noch heute in den reetgedeckten Kommandeurshöfen und den Gartenzäunen aus Walkieferknochen. Der prächtigste dieser Höfe, der Kommandørgården, ist als Museum erhalten — mit gekachelten Stuben und Geschichten vom Leben auf See. Hinter dem Strand birgt ein stilles Inselinneres aus Heide, Dünen und Kiefernwald Rehe, Hasen und brütende Vögel, während sich Seehunde auf den Sandbänken vor der Küste sonnen. Die Dörfer — Havneby, Kongsmark, Toftum und Juvre — bewahren einen niedrigen, wettergegerbten Charme, und vom Hafen Havneby setzt eine Fähre zur deutschen Insel Sylt über. Ob man mit einem Führer durchs Watt wandert, einen weiten Himmel über den Flächen die Farbe wechseln sieht oder sich einfach an einem Strand ohne sichtbares Ende verliert — Rømø schenkt ein seltenes Gefühl von Weite und ursprünglicher Ruhe. Es ist Natur von ihrer großzügigsten Seite: windgepeitscht, leuchtend und unverkennbar Nordsee.


