Rætebøl ist eine winzige ländliche Ortschaft westlich von Aarhus, verstreut zwischen den Dörfern Brabrand, True und Årslev in Ostjütland. Der Name reicht bis ins Mittelalter zurück, als hier ein Dorf stand, das – vermutlich infolge der Pest – um die Mitte des 14. Jahrhunderts verschwand. Jahrhundertelang lag das Land als gewöhnliches Ackerland, bis 1843 in der Nähe die True-Wassermühle entstand. Ab den 1860er Jahren wurde hier Lehm für die Ziegelherstellung gegraben, und der Aarhuser Kaufmann Hans Broge wurde 1872 Miteigentümer der Ziegelei. Um 1909 wurde das Gebiet in Kleinbauernstellen aufgeteilt, die noch heute die verstreuten Höfe und Häuser prägen. Rætebøl ist eigentümlich schwer einzuordnen: Kirchspiel- und Bezirksgrenzen verlaufen mitten hindurch, und die Kinder gingen einst entweder in True oder in Årslev zur Schule. Still und unscheinbar bietet der Ort einen Einblick in das ganz gewöhnliche ländliche Dänemark, nur wenige Minuten von der Stadt entfernt.
