Der Arresø ist der flächenmäßig größte See Dänemarks und erstreckt sich über rund 40 Quadratkilometer im Norden Seelands zwischen den Städten Frederiksværk und Ramløse und dem bewaldeten Gut Arresødal. Trotz seiner Größe ist der See bemerkenswert flach und selten tiefer als fünf bis sechs Meter, sodass er statt dunkler skandinavischer Tiefen weite, schilfgesäumte Horizonte, hohen Himmel und lange Ausblicke über ruhiges Wasser bietet. Er wurde am Ende der letzten Eiszeit vom Eis geformt und liegt heute im Herzen einer der lohnendsten Gegenden Seelands zum Wandern, Radfahren und Beobachten von Wildtieren.
Das überraschendste Merkmal des Sees ist gänzlich von Menschenhand geschaffen. 1717 ließ König Frederik IV. einen Kanal von der Südwestecke des Arresø hinunter zum Roskilde-Fjord graben. Der um 1719 fertiggestellte Arresø-Kanal leitete das Wasser des Sees ab, um die königlichen Pulvermühlen und die Kanonengießerei in Frederiksværk anzutreiben — die Kraftquelle für die erste echte Industriestadt Dänemarks. Der Kanal fließt bis heute, und ein Spaziergang entlang seines geraden, von Bäumen gesäumten Verlaufs vom See hinab nach Frederiksværk gehört zu den stimmungsvollsten kurzen Wegen der Region.
Der Arresø steht heute als Teil eines Natura-2000-Gebiets unter Schutz und zählt zu den besten Vogelbeobachtungsgebieten Ostdänemarks. Der Seeadler, der größte Greifvogel des Landes, ist zurückgekehrt und brütet in den umliegenden Wäldern; im Sommer jagen Fischadler über dem offenen Wasser, und Haubentaucher, Graugänse, Kormorane und unzählige Enten sammeln sich im Schilf. Die Ufer sind von Wäldern wie Auderød und Sonnerup umgeben, und das weiße Herrenhaus Arresødal blickt bei Frederiksværk über das Wasser.
Eine Geschichte lohnt sich hier. Fast das gesamte 20. Jahrhundert hindurch war der Seeadler in Dänemark als Brutvogel verschwunden, vertrieben durch Jagd und Lebensraumverlust. Erst in den letzten Jahrzehnten haben sich Paare an Seen wie dem Arresø still wieder angesiedelt, und an einem windstillen Morgen kann man nun einen dieser Riesen mit zwei Metern Flügelspannweite von den Baumwipfeln aufsteigen und tief über den See gleiten sehen — ein echter Naturschutzerfolg, der sich vor den eigenen Augen abspielt.
Ein Netz aus Wegen und Schotterpfaden begleitet weite Teile des Ufers, und eine ganze Runde ist eine ausgedehnte Tageswanderung oder eine bequeme Radtour von rund 40 Kilometern. Die meisten Besucher wählen eine kürzere Schleife von einem der Zugangspunkte. Die Seite bei Arresødal nahe Frederiksværk hat feste, weitgehend ebene Schotterwege und Parkplätze und ist damit die einfachste Wahl für Familien und weniger mobile Wanderer, während Ramløse und die Waldwege am Ostufer wilder und stiller wirken.
Frühling und Frühsommer bringen Brutvögel, Wildblumen und langes Licht; der Herbst fügt ziehende Schwärme und goldene Wälder hinzu, und ein strenger Winter kann das flache Wasser so weit gefrieren lassen, dass man Schlittschuh laufen kann. Der See liegt etwa eine Stunde vom Zentrum Kopenhagens entfernt. Mit dem Auto folgt man den Straßen Richtung Frederiksværk oder Ramløse und nutzt die ausgeschilderten Parkplätze. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nimmt man die S-Bahn oder den Regionalzug nach Hillerød und von dort die lokale Frederiksværk-Bahn (Lokaltog) Richtung Frederiksværk, von wo aus das Arresødal-Ufer zu Fuß oder mit dem Rad schnell erreichbar ist.
Ein Insider-Tipp
Wandern Sie am Treidelpfad des Arresø-Kanals vom See hinunter nach Frederiksværk — der stimmungsvollste kurze Abschnitt, der den See mit der alten Industriestadt verbindet, die er einst antrieb.
Anfahrt
Etwa eine Stunde vom Zentrum Kopenhagens. Mit dem Auto Richtung Frederiksværk oder Ramløse fahren und die ausgeschilderten Parkplätze nutzen. Mit dem Zug per S-Bahn oder Regionalzug nach Hillerød, dann die lokale Frederiksværk-Bahn (Lokaltog) Richtung Frederiksværk, von wo aus das Arresødal-Ufer zu Fuß oder mit dem Rad schnell erreichbar ist.
Beste Besuchszeit
Frühling und Frühsommer für Brutvögel und Wildblumen; Herbst für Zugvögel und goldene Wälder. Früh am Morgen sieht man am ehesten Adler über dem ruhigen Wasser.
Barrierefreiheit
Die Schotterwege auf der Arresødal-Seite bei Frederiksværk sind fest und weitgehend eben, geeignet für Kinderwagen und leichteres Gehen, mit Parkplätzen in der Nähe. Die Waldwege am Ostufer sind rauer und nach Regen oft matschig.

