Holmegaard Værk ist Dänemarks lebendiges Glasmuseum, angesiedelt genau dort, wo die Glashütte Holmegaard 1825 ihren Anfang nahm. Gegründet wurde das Werk von Gräfin Henriette Danneskiold-Samsøe, die eine königliche Konzession erhielt, um den Torf des umliegenden Moores als Brennstoff für die Glasöfen zu nutzen. Fast zwei Jahrhunderte lang blies Holmegaard Flaschen, Gebrauchsglas und die eleganten Entwürfe, die den Namen zum Inbegriff dänischen Glases machten, bevor die Produktion endete und der Ort 2020 als Museum unter Museum Sydøstdanmark wiedereröffnet wurde.
Herzstück eines Besuchs ist die Hütte, in der Glasbläser glühende Posten geschmolzenen Glases direkt aus dem Ofen holen und mit Atem und Hand formen. Zuzusehen, wie in wenigen Minuten eine Vase oder ein Trinkglas entsteht, ist wahrhaft fesselnd, und die Vorführungen laufen in der Saison über weite Teile des Tages. Rund um die Öfen sind die Industriehallen weitgehend erhalten, sodass man sich durch dieselben Räume bewegt, in denen Generationen von Arbeitern über dem Feuer schwitzten.
Über das lebendige Handwerk hinaus besitzt das Museum eine der bedeutendsten Sammlungen dänischen Glases überhaupt, die den Weg von frühen Gebrauchsflaschen bis zu den Meisterwerken der Jahrhundertmitte von Designern wie Per Lütken und Jacob E. Bang nachzeichnet. Ihre fließenden, leuchtenden Formen — die Provence-Schale, die rauchfarbenen Selandia-Schalen — werden zusammen mit den Werkzeugen und Formen gezeigt, die sie schufen, sodass Design und Handwerk nie getrennt sind.
Um die Hallen herum liegt die Glasbyen, die alte Glasstadt: Reihen von Arbeiterhäusern, das Meisterhaus und die nüchternen Fabrikgebäude, die um die Öfen herum entstanden. Die Vermittlung dreht sich hier um den Alltag einer Fabrikgemeinschaft, von engen Wohnungen bis zum Stolz eines Handwerks, das von Eltern an Kinder weitergegeben wurde. Kinder haben ihre eigene Werkstatt, in der sie unter Aufsicht das Formen von Glas ausprobieren können.
Der Besuch eignet sich für Familien, Designliebhaber und alle, die neugierig auf dänisches Handwerkserbe sind. Planen Sie ein paar Stunden ein, mehr, wenn Sie bei einer Vorführung und im Café verweilen. Die beste Zeit ist ein Sommerwochentag, wenn die Öfen voll in Betrieb sind; Winterbesuche sind ruhiger und stimmungsvoller, aber mit weniger Live-Vorführungen.
Holmegaard Værk liegt etwa acht Kilometer nordöstlich von Næstved im Dorf Fensmark am Glasværksvej. Die Anfahrt mit dem Auto ist einfach, Parkplätze gibt es reichlich; mit öffentlichen Verkehrsmitteln nehmen Sie den Zug nach Næstved und weiter mit dem Regionalbus Richtung Fensmark, gefolgt von einem kurzen Fußweg. In Kombination mit der umgebenden seeländischen Landschaft und dem nahen Næstved wird daraus ein lohnender halber Tag für alle, die im Süden Seelands reisen.
Ein Insider-Tipp
Planen Sie Ihren Besuch zu einer Live-Glasbläservorführung und sehen Sie, wie glühendes Glas direkt aus dem Ofen genommen wird — danach entdecken Sie dieselben Formen als fertige Stücke in der Designsammlung.
Anfahrt
Etwa 8 km nordöstlich von Næstved. Mit dem Auto über den Glasværksvej in Fensmark; Regionalbus ab Bahnhof Næstved, dann ein kurzer Fußweg.
Beste Besuchszeit
Wochentags im Sommer, wenn die Öfen brennen und Glasbläser live arbeiten.
Barrierefreiheit
Ebenerdiger Zugang zu den Haupthallen und zum Café; barrierefreie Toiletten. Einige Kopfsteinpflasterwege in der alten Glasstadt.

