Gisselfeld Kloster, bei Haslev in Suedseeland, ist eines der grossartigsten Renaissancegueter Daenemarks - ein von Wassergraeben umgebenes Schloss aus hellem Stein, das sich inmitten eines weiten, bewaldeten Besitzes von rund 3.850 Hektar aus Ziergaerten erhebt. Obwohl 'kloster' Kloster bedeutet, war Gisselfeld nie ein religioeses Haus im gewoehnlichen Sinn; der Name spiegelt sein langes Leben als wohltaetige adelige Stiftung wider, und es ist bis heute ein privates, bewirtschaftetes Gut. Das Schlossinnere ist in der Regel nicht oeffentlich zugaenglich, doch die Gaerten, das Gewaechshaus und der umgebende Park machen es zu einem der lohnendsten Gutsbesuche der Region.
Das heutige dreistoeckige Hauptgebaeude wurde 1575 von Peder Oxe vollendet, einem der maechtigsten Staatsmaenner seiner Zeit, obwohl seit dem 14. Jahrhundert ein Herrenhaus an der Stelle stand. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel daenischer Renaissancearchitektur, mit Treppengiebeln, Schiessscharten und einem vorspringenden Turm ueber dem Haupttor - ein Haus, erbaut in einer Zeit, als das Heim eines grossen Mannes noch teils eine Festung war. Wasser umgibt es: ein Graben, ein See und ein kleiner Wasserfall geben der Kulisse ihren ruhigen, spiegelglatten Charakter, und Ziergaerten mit geschnittenen Hecken und einem Brunnen - samt einem reizenden Ensemble dekorativer Bronzefroesche - rahmen die Zufahrt.
Seit 1755 wird Gisselfeld als 'Gisselfeld Adelige Jomfrukloster' gefuehrt, eine Stiftung, die unverheirateten Frauen adeliger Herkunft Heim und Einkommen bot, und es blieb in Haenden der Familie Danneskiold-Samsoe, deren Nachkommen es noch verwalten. Diese Kontinuitaet des Besitzes ueber Jahrhunderte praegt die Atmosphaere des Guts wesentlich; es wirkt bewohnt und gepflegt statt einbalsamiert.
Ueber die unmittelbaren Gaerten hinaus oeffnet sich das Gut zu bewirtschaftetem Ackerland und einigen der schoensten Waelder Seelands, durchzogen von Wanderwegen und uebersaet mit alten Eichen. Gisselfeld hat seit langem einen gaertnerischen Ruf - seine Gewaechshaeuser und sein Arboretum spiegeln Generationen des Interesses an seltenen und exotischen Pflanzen - und 2018 kam tief im Wald ein markanter zeitgenoessischer Akzent hinzu: ein 45 Meter hoher Hyperboloidturm aus verstrebtem Holz, der sich ueber die Baumwipfel emporwindet und weite Ausblicke ueber den Besitz und an klaren Tagen weit ueber die umliegende Landschaft bietet.
Ein Besuch in Gisselfeld vereint mehrere Freuden in einem einzigen, leichten Ausflug: die architektonische Dramatik des von Wasser umgebenen Schlosses ueber seinem Spiegelbild, die geordnete Ruhe der Ziergaerten und des Gewaechshauses, einen Kaffee im Gutscafe und dann einen langen Spaziergang oder eine Radtour in den Wald, vielleicht mit einer Turmbesteigung fuer die Aussicht. Es ist ein Ort, an dem daenische Adelsgeschichte, Gartenbau und Landschaft zusammentreffen und wo Jahrhunderte ununterbrochener Pflege in jeder Allee und Hecke leise sichtbar sind.
Ein Insider-Tipp
Achten Sie auf den Brunnen mit seinen dekorativen Bronzefroeschen und gehen Sie dann in den Gutswald hinaus, um den markanten 45 Meter hohen Hyperboloidturm von 2018 zu finden.
Anfahrt
Bei Haslev in Suedseeland, etwa 15 km von Naestved. Anfahrt ueber Haslev oder Braaby; am Gut gibt es Parkplaetze. Die umliegenden Waelder bieten markierte Wanderwege.
Beste Besuchszeit
Mai bis September, wenn die Ziergaerten, das Gewaechshaus und der umgebende Wald am gruensten sind.
Barrierefreiheit
Die Ziergaerten am Schloss haben ebene Kieswege; die weiteren Waldwege sind naturbelassen und koennen uneben sein.

