Weithin sichtbar und strahlend weiß krönt die Dybbøl Mølle die Höhen des Dybbøl Banke bei Sønderborg und gilt heute als eines der bedeutendsten nationalen Symbole Dänemarks. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts steht auf diesem windgepeitschten Höhenrücken über dem Alssund eine Mühle holländischer Bauart, doch es ist die dramatische Geschichte der Mühle, die Besucher aus dem ganzen Land anzieht. Während des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 wurden die umliegenden Anhöhen zum Schauplatz der entscheidenden Schlacht bei Düppel, in der preußische Truppen am 18. April die dänischen Schanzen stürmten. Die Mühle geriet ins Kreuzfeuer und wurde in Trümmer gelegt, danach jedoch wieder aufgebaut – der Beginn eines Kreislaufs aus Zerstörung und Wiederaufbau, der sich im folgenden Jahrhundert mehrfach wiederholen sollte. 1935 vernichtete ein Brand das Bauwerk, und in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde es erneut beschädigt, doch jedes Mal errichteten es die Nordschleswiger neu und festigten so seinen Rang als Sinnbild dänischer Beharrlichkeit im umkämpften Grenzland. Heute beherbergt die Mühle ein Museum, das diese vielschichtige Geschichte erzählt und das Handwerk des Müllers mit dem größeren Drama des Krieges von 1864 und den wechselnden nationalen Zugehörigkeiten der Region verbindet. Ausstellungen im Inneren des Turms erklären, wie Flügel und Mühlsteine arbeiteten und wie das Gebäude zum Sammelpunkt dänischer Identität wurde. Vom Fuß der Mühle schweift der Blick über das historische Schlachtfeld, die wiederhergestellten Schanzen und das Wasser, das Jütland von der Insel Alsen trennt. Der Ort liegt nur wenige Schritte vom Geschichtszentrum Dybbøl Banke und den erhaltenen Schanzen entfernt und ist ein selbstverständlicher Halt auf jeder Erkundung dieser ergreifenden Landschaft. Ob man wegen der Geschichte, der Architektur oder einfach der Aussicht kommt – die Dybbøl Mølle bietet eine bewegende Begegnung mit den Ereignissen, die das moderne Dänemark und seine Südgrenze prägten.



