Drejø ist eine ruhige, flache Insel im Südfünischen Inselmeer, die in der Ostsee südlich von Svendborg vor der dänischen Insel Fünen liegt. Mit einer Fläche von nur 4,26 Quadratkilometern und lediglich rund sechzig ganzjährigen Bewohnern gehört sie zu den friedlichsten und unberührtesten Ecken Dänemarks — ein Ort, an dem es kaum Autoverkehr gibt, an dem Hecken und Heide bis ans Ufer reichen und an dem der Rhythmus des Lebens von den Gezeiten und dem Fahrplan der Fähre bestimmt wird.
Ursprünglich bestand die Insel aus zwei getrennten Inseln, Drejø im Osten und Skoven ('der Wald') im Westen, die durch eine schmale Sandlandzunge namens Drejet verbunden sind, von der die Insel ihren Namen hat. Diese sanfte Landschaft aus Salzwiesen, Küstenheide, beweideten Allmenden und Stränden ist ein Zufluchtsort für die Tierwelt: Drejø ist bekannt für seine Herde seltener weißer Damhirsche, und die Wiesen und Flachwasserzonen ziehen zahlreiche Brut- und Zugvögel an, weshalb Freizeitsegler und Naturliebhaber die Insel so schätzen.
Im Herzen der Insel liegt Drejø By, ein Dorf in einer ungewöhnlichen Sternform rund um die Kirche. Bis 1942 war es eines der am besten erhaltenen Dorfmilieus Dänemarks, doch in der Mittsommernacht jenes Jahres brach während eines heißen, trockenen Sommers ein Feuer mit verheerenden Folgen aus. Die meisten Männer waren zum Fischen auf See und bemerkten in der hellen Sommernacht die Flammen nicht; als sie zurückkehrten, war es zu spät. Das Feuer verzehrte elf Höfe und sieben Häuser und machte hundert Menschen obdachlos — eine Katastrophe, die dadurch verschlimmert wurde, dass die Feuerspritzen von Svendborg herübergefahren werden mussten. Der Überlieferung nach war ein unachtsamer Reetdachdecker schuld, der die Asche aus seiner Pfeife klopfte. Das Dorf wurde nach dem alten Straßenverlauf wieder aufgebaut, und heute bilden seine Fachwerkhöfe und Häuser erneut ein reizvolles, harmonisches Ganzes.
Die Drejø Kirke, die das Feuer überstand, ist das am meisten geliebte Gebäude der Insel. Sie entstand 1535 als schlichte Feldsteinkapelle, die von dreizehn ortsansässigen Bauern errichtet wurde, und wurde 1555 zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde sie um einen gewölbten Chor und einen Westturm erweitert, und im Inneren sind noch ein romanisches Granittaufbecken und eine Kanzel aus den 1620er Jahren zu sehen.
Ein Besuch auf Drejø ist herrlich einfach und entschleunigt. Wandern und Radfahren sind die natürlichen Arten, die Insel zu erkunden; Wege und stille Sträßchen führen durch das Dorf, vorbei an Kirche und Mühlenstandort, über die Heide und entlang der Küste. Der Dorfgasthof, der Laden und das kleine Ortsarchiv heißen die Gäste herzlich willkommen, und der Hafen ist im Sommer ein lebhafter Treffpunkt. Das Gelände ist flach und leicht begehbar, auch wenn die Dorfgassen mit Kopfsteinpflaster versehen und manche Naturpfade uneben sind.
Die beste Reisezeit ist vom späten Frühjahr bis zum frühen Herbst, wenn die Vogelwelt am reichsten ist, die Heide blüht und die Fähre am häufigsten verkehrt. Sie erreichen Drejø mit der kleinen Fähre M/F Højestene von Svendborg aus, die unterwegs die Nachbarinsel Skarø anläuft; die Überfahrt dauert etwa eineinviertel Stunden, und im Hochsommer ist es ratsam, im Voraus zu buchen, wenn Sie ein Auto mitnehmen.
Ein Insider-Tipp
Wandern Sie hinaus zum Drejet, der schmalen Landzunge, die die beiden einstigen Inseln verbindet, und halten Sie im Morgen- oder Abendlicht Ausschau nach der Herde seltener weißer Damhirsche auf der Heide.
Anfahrt
Nehmen Sie die Passagierfähre M/F Højestene vom Hafen Svendborg; sie legt unterwegs in Skarø an und erreicht Drejø in etwa 1 Stunde 15 Minuten. Im Sommer mit Auto vorab buchen; auf der Insel erkunden Sie am besten zu Fuß oder mit dem Rad.
Beste Besuchszeit
Vom Spätfrühling bis zum Frühherbst, wenn die Heide blüht, die Vogelwelt am reichsten ist und die Fähre am häufigsten verkehrt.
Barrierefreiheit
Die Insel ist flach und gut zu begehen, doch die Dorfgassen sind mit Kopfsteinpflaster versehen und einige Naturpfade über die Heide sind uneben; Fähre und Hafen sind die wichtigsten Zugangspunkte, und die Insel bietet nur begrenzte Einrichtungen.



