Das Bornholmer Museum in Rønne ist das wichtigste kulturhistorische Museum der Insel und die beste Einführung in die Frage, warum sich dieser Granitvorposten in der Ostsee anders anfühlt als jeder andere Ort Dänemarks. Untergebracht in einem schönen Gebäude wenige Gehminuten vom Fährhafen entfernt, versammelt es unter einem Dach mehr als zehntausend Jahre Bornholmer Leben, erzählt durch Objekte, die aus dem Boden der Insel selbst geborgen wurden.
Die archäologische Sammlung ist der Star. Bornholm hat sich als außerordentlich reich an vorgeschichtlichen Funden erwiesen, und das Museum zeigt Steinzeitwerkzeuge, Bronzezeitwaffen und vor allem die winzigen Goldblättchenfiguren, die als guldgubber bekannt sind — gestanzte Bilder umarmender Paare und in Umhänge gehüllter Gestalten, die an eisenzeitlichen Kultstätten geopfert wurden. Auf Bornholm, besonders am Fundort Sorte Muld bei Svaneke, wurden mehr davon gefunden als irgendwo sonst in Skandinavien, und sie in ihrem Heimatmuseum zu sehen verleiht ihnen einen Kontext, den keine nationale Sammlung bieten kann.
Von der Vorgeschichte führen die Säle durch Wikingerzeit und Mittelalter, als Bornholms Rundkirchen als befestigte Heiligtümer errichtet wurden, weiter bis in die Zeit der Segelschiffe. Rønne war lange einer der geschäftigsten Häfen der Ostsee, und die maritimen Räume sind voller Schiffsmodelle, Navigationsinstrumente und Gemälde jener Schiffe, die die Bornholmer über Europa hinaus trugen. Weitere Abteilungen behandeln die Uhrmacher der Insel — die berühmten Bornholmer Standuhren — ihre Keramik- und Glastraditionen sowie das Alltagsleben in Fischerdörfern und auf Höfen.
Eine nachdenklich stimmende Dauerausstellung befasst sich mit der sowjetischen Bombardierung von Rønne und Nexø im Mai 1945 und der folgenden monatelangen sowjetischen Besatzung — ein Kapitel des Zweiten Weltkriegs, das viele Festlanddänen kaum kennen. Das Museum behandelt es zurückhaltend und zeigt mit Fotografien und persönlichen Gegenständen, wie der Krieg für diese exponierte Insel spät und hart endete.
Der Rundgang ist für Familien angenehm getaktet: Etwa neunzig Minuten decken die Höhepunkte ab, länger, wenn man bei den maritimen Sammlungen und den Uhren verweilt. Das Gebäude ist weitgehend barrierefrei, mit einem Aufzug in die oberen Etagen und einem kleinen Laden mit Büchern zur Inselgeschichte und lokalem Kunsthandwerk. Das Personal ist kenntnisreich und weist gern auf die Orte hin, von denen die Funde stammen.
Die beste Reisezeit ist der Sommer, wenn alle Säle und die saisonalen Sonderausstellungen geöffnet sind, doch auch in der Nebensaison bleibt das Museum einladend. Da es im Herzen der Altstadt von Rønne liegt, nur fünf Gehminuten vom Hafen und dem Fährterminal entfernt, ist es ein idealer erster Halt beim Verlassen des Schiffes — eine Möglichkeit, die ganze Insel zu lesen, bevor man aufbricht, um ihre Rundkirchen, Räuchereien und die felsige Nordküste zu entdecken.
Ein Insider-Tipp
Gehen Sie direkt zu den Goldblattfiguren der Bronzezeit im Obergeschoss — Bornholm hat mehr davon geliefert als jeder andere Ort Skandinaviens.
Anfahrt
5 Gehminuten vom Hafen Rønne und dem Fährterminal, in der Altstadt.
Beste Besuchszeit
Sommer, wenn alle Ausstellungen geöffnet sind.
Barrierefreiheit
Das Erdgeschoss ist rollstuhlgerecht; ein Aufzug erschließt die oberen Säle.



